Winterschnitt 2012

Um 13.00 Uhr trafen sich 14 interessierte Personen bei -8 Grad sonnig trocken kaltem Wetter an der alten Turnhalle zum diesjährigen Winterschnitt des OGV Stammheim.

 

 

 

 

 

Winterschnitt 11.2.2012

Andreas Siegele von der Obstberatungsstelle der Stadt Stuttgart, vielen von uns schon seit vielen Jahren bekannt und geschätzt, leitet auch an diesem Nachmittag wieder einmal die Schnittunterweisung. Im Garten des 2. Vorstandes Marc Deting, fand der Winterschnitt statt.

Als erstes wurde ein Quittenbaum, der schon einige Jahre nicht mehr geschnitten wurde gerichtet.

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Alternierendes Holz, Äste die nach unten hängen, werden konsequent entfernt, ebenso Überhänge im Kronenbereich, die die darunterliegende Astpartien beschatten. Fruchtmumien aus dem Vorjahr, die jetzt noch im Baum hängen werden ebenfalls entfernt.

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Der nächste Baum ist eine Zwetschge.

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Auch dieser Baum verfügt über wenig Lichtschächte nach unten und über viel zu altes Fruchtholz, das dringend durch Schnittmaßnahmen verjüngt werden muss. Beim Winterschnitt ist es wichtig darauf zu achten, wo der Baum kaum mehr neu austreibt. Meistens in den unteren Astpartien. Hier gilt es durch gezielte Schnitte das Wachstum wieder anzuregen um den Neutrieb zu fördern. Doch Vorsicht bei der Zwetschge! Wird hier zu viel Holz auf einmal entfernt, kehrt der Baum in seine Jugendphase zurück und erzeugt dornige Langholztriebe ohne Fruchtholz. Auch gilt es darauf zu beachten, bei der Zwetschge keine Stummel zu schneiden, sondern immer auf Astring die Triebe zu entfernen, weil sonst die Stummel eintrocknen, da hier nicht wie z.B. beim Apfel Adventivknospen (schlafende Augen) vorhanden sind.

Nach dem Schnitt sieht der Baum deutlich lichter aus.

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Auf die Frage nach Form des Schnittes bzw. Kronenform usw., kommt von Herrn Siegele nur die kurze Antwort: I schneid uff Ertrag!

Nun wenden wir uns den Beerensträuchern zu, ein Jostastrauch. Die Jostabeere ist eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Die robuste und widerstandsfähige Sorte hat einen hohen Vitamin C - Gehalt. Vorher:

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Die an großen Rispen wachsende Früchte schmecken angenehm süß. Reifezeit Juli- August. Nachher:

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Kurze Formel: Zu dichte Astpartien entfernen, so dass nach dem Niederschlag der Strauch zügig abtrocknen kann und die Beeren gut mit Licht und Sonne versorgt werden.

Zu guter letzt: Rote Johannisbeeren. Rote Johannisbeeren schmecken erfrischend säuerlich. Mit einem Anteil von 2,6% Säure zählen die roten Johannisbeeren zu den säuerlichsten Obstsorten überhaupt. Sie werden in der Regel nur von Rhabarber und Sauerkirschen übertrumpft.

Bei diesem Strauch O-Ton Siegele "wenn dees meiner wär…."

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sah das Ergebnis seiner „Behandlung“ danach so aus…

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Zur kurzen Erklärung, der Strauch ist im Lauf der Jahre überaltert. Bodeneben alle Triebe entfernen und jetzt schon Mist oder Kompost, auf die Schnittstellen ausbringen und innerhalb von 2 Jahren hat man einen komplett neuen Beerenstrauch. Rote und schwarze Johannisbeeren tragen am einjährigen Holz! Diese gilt es jedes Jahr auf`s neue durch gezielte Schnittmaßnahmen zu erzeugen.

So hat man mit relativ wenig Aufwand über Jahre hinweg, Ertragreiche Beerensträucher.

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Kurzweilig und informativ waren ruck-zuck fast 2 Stunden wieder vorüber. Der Dank gebührt Herrn Siegele, dem es wieder gelungen ist, uns „Laien“ die ein oder andere Anregung mit auf den Nachhauseweg zu geben. Wir laden Sie jetzt schon zum Sommerschnitt mit H. Siegele am 23.06.2012 ein.

Ihr OGV Stammheim