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Baumrissunterweisung 2007
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Die Ernte wohlschmeckender, gesunder Früchte ist leider keine Selbstverständlichkeit; der fachmännische Obstbaumschnitt ist eine wesentliche Voraussetzung dafür. Deshalb trafen sich 34 Mitglieder sowie Gartenliebhaber am Samstagnachmittag, 07. Juli 2007, vor der Turnhalle in Stammheim, Solitudeallee 162, um an einer so genannten Baumrissunterweisung teilzunehmen.

Allgemeines

Samstag, 07. Juli 2007, 13:00 Uhr im
Garten: Adolf Lörcher

Pünktlich um 13:00 Uhr begrüßte unser Vereins-Fachwart Reiner Dölfel in Vertretung des Vorsitzenden die Teilnehmer. Danach führte uns der Weg zum Garten von Adolf Lörcher, der seit 1984 im Verein Mitglied ist. Dort angekommen, erwartete uns Andreas Siegele von der Obstberatungsstelle Stuttgart, der sein fundiertes Wissen an interessierte Obstliebhaber weitergab.

Kontrolle der Weinreben

Zunächst kontrollierte Andreas Siegele die Weinreben. Diese wachsen sehr schnell und müssen deshalb regelmäßig und großzügig geschnitten bzw. gegipfelt werden. Wichtig ist, die Triebe ins Gleichgewicht zu den Trauben zu bringen. Eine reiche Ernte und süße Früchte bekommt man nur, wenn die Trauben genügend Sonne bekommen. Die Triebe am Wein kürzt man ein, damit möglichst viel Energie in die Früchte fließt. Gezählt werden ab dem Fruchtansatz noch 3 Blätter. Die Sorte rote „Muscat bleu“ und die weiße „Palatino“ sind sehr widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten, besonders den gefürchteten Mehltau. Durch den trockenen und heißen April sind die Trauben dieses Jahr sehr verrieselt (große und kleine Beeren).

Baumrissunterweisung

Anschließend ging Andreas Siegele zur Baumrissunterweisung über und erklärte diese. Auch Obstbäume und Beerensträucher müssen regelmäßig ausgelichtet werden, damit die Früchte ausreichend Sonne zum Reifen bekommen. Der richtige Zeitpunkt für den Sommerriss ist in der Regel Anfang/Mitte Juli (das Ende der Blütenknospenbildung). Ziel des Obstbaumschnittes ist es, das Fruchtholz ständig zu verjüngen. Als Fruchtholz bezeichnet man Triebe mit Blütenknospen, die man gut daran erkennen kann, dass sie in der Regel dicker und rundlicher als Blattknospen sind. Die zu dicht stehende steil nach oben wachsende Triebe sowie die senkrecht nach oben wachsende Wasserschosse wurden von Andreas Siegele gerissen bzw. geschnitten. Die zu lang gewachsenen Triebspitzen wurden eingekürzt.

Verträglicher für den Baum ist das Reißen und durch das schnellere Verheilen der Risswunde ist der Pilzbefall geringer. Selbst bei dem gut gepflegten Baumbestand von Adolf Lörcher konnte Andreas Siegele einen Apfelbaum mit Krebsbefall feststellen. Bei diesem Baum wurde die gesamte Krone weit unterhalb der Wunde abgeschnitten, bis die Schnittfläche keine dunkle Verfärbung mehr aufwies. Es standen uns 20 verschiedene Sorten von Spindelbäumen zur Auswahl.

Um nur einige Sorten zu nennen:

  • Elstar: süß-säuerlich mit feinem Aroma aber nicht ganz regelmäßig tragend;
  • Rubinette: knackiges Fruchtfleisch süß-säuerlich; wenig krankheitsanfällig;
  • Jonagold: Früchte süß-feinsäuerlich; reichtragend;
  • Delbart Jubilä: eine nicht so bekannte aus Frankreich stammende Sorte. Hier werden noch Erfahrungswerte gesammelt